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Stoßdämpfer - Aufbau, Funktion, Anpassungen

Stoßdämpfer sind ein wichtiges Bauteil für die richtige Fahrweise und Performance eines RC-Fahrzeugs. Deshalb ist der richtige und präzise Aufbau sowie die regelmäßige Wartung, wie das wechseln des Dämpferöls und überprüfen der Dichtungen sehr wichtig.

Stoßdämpfer - Allgemeiner Aufbau

Ein RC-Stoßdämpfer besteht aus mehreren Komponenten die zusammenarbeiten, um Stöße, welche durch den Untergrund entstehen zu absorbieren.

  • Dämpfergehäuse
    • Zylinderförmiges Gehäuse, welches meist aus Aluminium oder Kunststoff besteht.
    • Enthält das Dämpferöl, welches für die hydraulische Dämpfung zuständig ist.
  • Ausgleichsbehälter
    • Der Ausgleichsbehälter ist für die Kompensation des Ölvolumens zuständig. Wenn der Stoßdämpfer ein- oder ausfedert, verdrängt er über die Durchflussscheibe das Öl. Jetzt bietet der Ausgleichsbehälter den notwendigen Raum, um das verdrängte Öl aufzunehmen, ohne dass es zu einem Druckanstieg oder Leistungsverlust kommt.
  • Verschlusskappen
    • Die Verschlusskappen (obere & untere) halten das Öl im Gehäuse und sind mit Dichtungen versehen.
    • Sie ermöglichen den Zugang zum Öl bzw. Dämpfergehäuse für Wartung oder Anpassungen.
  • Rändelschraube
    • Über die Rändelschraube kann die Vorstellspannung der Feder eingestellt werden. 
  • Dämpferöl
    • Beim Dämpferöl handelt es sich um ein Silikonöl mit unterschiedlichen Viskositäten (z. B. 30WT, 40WT), dass die Dämpfungseigenschaften bestimmt.
    • Je höher die Viskosität (Öl ist dickflüssiger), desto stärker die Dämpfung und desto langsamer bewegt sich die Kolbenstange.
  • Feder
    • Gibt es in verschiedenen Härtegraden
    • Können außen am Dämpfergehäuse und/oder der Kolbenstange oder im Dämpfergehäuse geführt werden.
    • Dual-Rate-Federn: Kombination aus weichen und harten Federn.
    • Die Federn übernehmen die Rückstellkraft, sprich das ausfedern.
    • Die Feder kann über die Rändelschraube, mit welcher die Vorstellspannung eingestellt wird, beeinflusst werden. Je mehr man die Feder vorspannt (Vorstellspannung) umso weniger federt das Fahrzeug bei Krafteinwirkung im ersten Moment ein (Fahrzeug ist "härter").
  • Dichtungen und O-Ringe
    • Verhindern, dass Öl ausläuft und Schmutz eindringen kann.
    • Werden meist am Kopf- und am Ende des Dämpfergehäuse angebracht.
  • Kolbenstange
    • Die Kolbenstange ist die Verbindung zur Durchflusscheibe und zum Rodend, welcher an der Achse befestigt wird.
  • Durchflussscheibe
    • Die Durchflussscheibe bewegt sich, geführt durch die Kolbenstange, innerhalb des Dämpfergehäuses und steuert den Ölfluss durch kleine Öffnungen (Ventile).
  • Verschlusskappen
    • Die Verschlusskappen halten das Öl im Gehäuse und sind mit Dichtungen versehen.
    • Sie ermöglichen den Zugang zum Öl bzw. Dämpfergehäuse für Wartung oder Anpassungen.

Funktion eines StoßDÄMPFERS

Die Hauptaufgabe eines Stoßdämpfers ist es, Stöße und Vibrationen durch Unebenheiten des Untergrundes abzufedern und den Kontakt zu diesem zu halten.

  1. Einfedern
    Wenn das Fahrzeug auf ein Hindernis trifft, wird die Kolbenstange in das Gehäuse gedrückt.
    Dabei wird das Dämpferöl durch die Löcher der Durchflussscheibe gepresst, dadurch entsteht ein Widerstand bzw. eine dämpfende Wirkung. Die Feder wird dabei zusammengepresst und absorbiert einen großen Teil des Aufpralls.

  2. Ausfedern
    Beim Ausfedern drückt die Feder die Kolbenstange zurück in ihre Ausgangsposition. Das Öl (je nach Viskosität) wirkt dabei wie ein Widerstand und verhindert ein zu schnelles ausfedern. Ist das Öl zu dünnflüssig oder hat man gar keine Öl im Stoßdämpfer, federt der Stoßdämpfer zu schnell aus und das Fahrzeug könnte zu "hüpfen" beginnen. Das Fahrzeug wird so auch schwerer zu kontrollieren. Den Widerstand bzw. Vorgang welchen das Öl hier bietet nennt man hydraulische Dämpfung.

Einstellmöglichkeiten Bei Stoßdämpfern

  • Federhärte: Bei so gut wie allen gängigen Stoßdämpfern kann man die Federn austauschen. Je nach Anforderung, kann man härtere, weichere oder eine Mischung daraus verbauen.
    Beim Scalecrawlen würde ich empfehlen die Dämpfer weicher einzustellen, so erhält man maximale Bodenhaftung und kann so Hindernisse flexibel überwinden.
  • Ölviskosität: Dickflüssigeres Öl bietet mehr Dämpfung und Kontrolle, aber weniger Beweglichkeit; dünnflüssiges Öl sorgt für schnelleres Ansprechen. Es gilt also, einen für das Auto und die Fahrweise passende Viskosität zu finden.
  • Vorspannung: Anpassung der Federkraft, um die Fahrhöhe und das Grundverhalten des Modells einzustellen.
  • Durchflussscheibe: Größere Öffnungen lassen mehr Öl durch, was eine weichere Dämpfung ergibt, während kleinere Öffnungen für stärkere Dämpfung sorgen.

Stoßdämpfer modifizieren

Meist kann man mit wenig Aufwand bestehende Stoßdämpfer ganz leicht, schnell und vor allem kostengünstig modifizieren. 

 

Dazu benötigt man nur die passenden Distanzhülsen und gegebenenfalls kürzere Federn.

Ich verwende folgende Distanzhülsen: https://amzn.eu/d/1WiJNEW

Abschließende Worte ...

Die richtige Kombination aus Stoßdämpfern und Federn sollte zu deinem Fahrzeug und deinem Fahrstil passen. Teste verschiedene Einstellungen und wähle diejenige, die dir das beste Fahrgefühl und die optimale Kontrolle bietet.

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